Newsletter Nr.1/2015

Messespecial FBM 2015

 

Freitag, 16.10.2015

 

05.15 Uhr

 

Ja, ihr lest richtig: Ich bin tatsächlich um 05.15 Uhr aufgestanden, obwohl ich das Haus erst 1, 5 Stunden später verlassen musste. Ich brauche morgens eine gewisse Zeit, um wach zu werden. Dafür sprühe ich, nachdem der erste Koffeinschub meine Venen erreicht hat, geradezu vor Energie. Insbesondere an diesem Morgen. Es kribbelte und rumorte in meinem Magen vor Nervosität. Nicht nur Leser sind aufgeregt ihre Lieblingsautoren zu treffen - auch Autoren fiebern diesen besonderen Momenten entgegen.

 

09.15 Uhr

 

Ankunft Frankfurt/Flughafen. Um keine Zeit zu verlieren, fuhr ich direkt mit Gepäck zur Messe. Zum Glück konnte ich meinen Koffer dort zwischenlagern. Zwar schieben nicht wenige Besucher ihr Köfferchen munter durch die Hallen, um Tonnen an eingesammelter Goodies transportieren zu können ... hihi,  da mein eigener Koffer aber zum Platzen gefüllt war (unter anderem mit Goodies), wollte ich mir die Schlepperei ersparen. 

 

An dieser Stelle möchte ich euch eine kleine Anekdote erzählen. Ein Erlebnis, das mich schlichtweg sprachlos machte.

 

 

10.20 Uhr

 

In schwarzem Mäntelchen, halbhohen (aber bequemen) Stiefeletten und aufgestecktem blonden Haar, passierte ich nichtsahnend den Eingang, als mich eine fremde männliche Stimme innehalten ließ. Zeitgleich eine Berührung an meiner Schulter.

„Wissen Sie eigentlich, dass Sie die eleganteste Frau weit und breit sind? Ihre Schönheit ist geradezu überwältigend!“ (Kein Scherz!!!)

Ich stockte – sprachlos und verwirrt -, während ich verstohlen die Umgebung scannte und überlegte, wo sich die versteckte Kamera verbarg. Ich meine, ganz ehrlich, ihre Schönheit ist geradezu überwältigend?  Wer gibt denn so einen Schwachsinn von sich? Auf einer Buchmesse! 

Zwei Möglichkeiten fielen mir spontan ein: Entweder, der Typ will mich veräppeln, oder aber, er hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Um das herauszufinden, drehte ich mich langsam um. Dabei zog ich meine Handtasche vor die Brust, sicher ist sicher, und machte einen Schritt seitlich zur Fensterfront, um die anderen Besucher vorbeizulassen. Der Mann hatte seine Hand mittlerweile von meiner Schulter genommen, was ziemlich klug war. Aber er hatte auch den Abstand zwischen uns geschlossen und das war eindeutig zu nah. Außerdem roch er merkwürdig. Nach kaltem Rauch und einem billigen Avtershave.

Hallo? Schon mal etwas von persönlicher Wohlfühlzone gehört? Die, die man als Fremder achten sollte, insofern einem das Wohlbefinden seines Gegenüber am Herzen liegt.

Allein seine vor Schleim triefende Stimme ließ mir sämtliche Nackenhaare zu Berge stehen.

Aber sie passte zu der Person, der sie gehörte.

Vor mir stand ein grauhaariges Männlein mit einem breiten Grinsen im faltigen Gesicht, einem speckigen blauen Hemd und einem karierten Tweetjacket, das mindestens eine Nummer zu groß war. Dafür saß seine Jeans so eng, dass ich, falls er sich umgedreht hätte, die durchdrückenden Ränder seiner Unterhose hätte sehen können.  An seine Augenfarbe erinnere ich nicht mehr. Woran ich mich aber sehr wohl erinnere, ist das freudig erregte Leuchten darin. Schlagartig wurde mir klar: Der Typ meinte jedes Wort ernst!

Ich war hin- und hergerissen zwischen einem Lachanfall, der in meiner Kehle kitzelte und ungläubigem Kopfschütteln. Meine Reaktion ähnelte dann einer Mischung aus beidem.

„Verkaufst du hier etwas?“, fragte er ungerührt und ging wie selbstverständlich zum Du über. „Oder bist du Bloggerin?“

Letzte Lachsalven unterdrückend, schüttelte ich den Kopf.

„Lektorin? Korrektorin?“

„Auch nicht ... ich schreibe.“

„Nein!“, stieß er etwas zu überschwänglich aus.  „Ich schreibe auch!“

Na, so ein Zufall. Ich verkniff mir, die Augen zu verdrehen.

Er ließ seinen Rucksack von der Schulter gleiten, platzierte ihn zwischen seinen ausgelatschten Ökotretern und bückte sich, um in die vordere Tasche zu greifen. „Was schreibst du denn so?“, hielt er die Konversation aufrecht.

„Belletristik“, entgegnete ich monoton. Irgendwann musste ihm doch auffallen, dass er nervte. „Eine Mischung aus Liebesroman und Chick Lit.“

Er hörte auf, in den Tiefen seines Gepäcks zu suchen (nach was auch immer) und sah stirnrunzelnd zu mir hoch. „Was ist Chick Lit?“

Ich stieß die Luft aus. „Lockere Unterhaltungsliteratur für Frauen.“

„Interessant“, sinnierte er. „Dann bedienen wir ja das identische Genre. Ich schreibe über die Sexualität der Frau, über ihre Libido, freizügigen Sex und Veränderungen der letzten 100 Jahre. Wusstest du, dass Frauen, die sich im 19. Jahrhundert emanzipierten, von Männern abgelehnt wurden?“

Normalerweise bin ich recht schlagfertig. Aber ich war einfach zu baff, um eine passende Antwort zu geben. Als er sich erhob, hielt er ein gebundenes Buch mit dunkelrotem Einband in der Hand. Bevor ich das Cover genauer in Augenschein nehmen konnte, blätterte er schon in den Seiten. Ölgemälde, abstrakte Fotografien, skurrile Skizzen und anatomisch unmögliche Collagen nackter Frauen. Den Text konnte ich nicht entziffern, dafür blätterte er zu schnell durch. Nicht, das ich ihn hätte lesen wollen.

„Ich habe einen Blick für Grazie und Eleganz“, sagte er von sich überzeugt. „Deshalb bist du mir sofort aufgefallen.“

Ich blinzelte und klappte die Kinnlade hoch. „Wo?“

„An der Sicherheitskontrolle.“

„Wann? Als mir die Kugelschreiber aus dem Karton kippten und ich auf allen Vieren elegant den Boden absuchte? Oder als ich mir die Schuhe wieder anzog, auf den Gürtel meines Mantels trat und mich um ein Haar grazil langgemacht hätte?“

„Äh ... “

Ich holte tief Luft. „Ich will wirklich nicht unhöflich erscheinen, aber ... was bezweckst du hiermit?“ Dabei pendelte mein Zeigefinger zwischen uns hin und her.

„Womit?“

„Warum hast du mich angesprochen?“

„Du bist mir aufgefallen!“

Ich hob eine Braue. Er verstand den Wink.

„Kontakte knüpfen,“ gab er kleinlaut zu. Zeitgleich stopfte er sein Buch zurück in den Rucksack, ohne den Blick von mir zu nehmen. „Vielleicht können wir zusammen etwas schreiben. Wir bedienen ja quasi dasselbe Genre.“

Das ist ein Scherz, oder?

„Wir bedienen ganz und gar nicht dasselbe Genre!“

„Aber ...“

Ich riss die Hand hoch, als Zeichen, dass es mir reichte.„Ich muss jetzt wirklich weiter. Ich bin verabredet.“

Dann ließ ich ihn stehen, reihte mich in den Besucherstrom ein und ging einen Kaffee trinken. Obwohl ich einen Prosecco deutlich nötiger gehabt hätte.

 

Diese Geschichte ist tatsächlich passiert!!!

 

 

10.50 Uhr

Wohin zuerst? Ich entschied mich für Halle 3, in der sich nicht nur Kinderbücher- und Jugenliteratur, Comics und die E-Bookeinzeltitelausstellung befand – hier tummelten sich auch viele Selfpublisher. Unter anderem die Kollegen des Autorensofas.

 

 

 

Mittwoch bis Freitag war die Messe nur für registrierte Fachbesucher geöffnet. Wie ihr seht: relativ leere Hallen. Das änderte sich Samstag schlagartig. Aber dazu später mehr …

 

Der Komplex war weitläufig. 11 Hallen, mehrstöckig, hinzu kam ein riesiges Arenal in der Mitte, die Agora, auf der sich eine Bühne für Veranstaltungen und mehrere Essensstände befanden. Sich zurecht-zufinden war gar nicht so einfach.

Ich hielt mich an die Wegweiser im Inneren. Auch hier wurde für das leibliche Wohl hinreichend gesorgt.

 

 

12.00 Uhr – 14.00 Uhr

 

Halle 4.1 – Ein Vortrag über das Für und Wider des Selfpublisherdaseins. Erkennt ihr jemanden auf dem Foto? 

 

 

14.30 Uhr

 

Treffen mit meiner Lektorin inkl. eines gemütlichen Käffchens in einem der vielen Cafes.

 

16.00 Uhr

 

Verlassen der Messe, um den Marathon zu meinem Hotel in Niederrad aufzunehmen. Bus, Bahn, zweimaliges Umsteigen und ein 10 minütiger Fußweg mit Gepäck …. Hätte ich das vorher gewusst, wäre meine Wahl auf anderes Hotel gefallen. Auf dem Stadtplan sah alles so nah aus!

 

17.30 Uhr

 

Umziehen für die Leserparty im Café Walden (Frankfurt/City)

 

 

19.00 Uhr

 

Super Party! Tolle Autoren und Leser kennengelernt und megaviel Spaß gehabt.

 

 

22.30 Uhr

 

Von der süßen Lea Petersen (Autorin) ins Hotel kutschiert worden, inklusive einer 30 minütigen Rundfahrt durch Niederrad, weil ich Dromedar den Stadtplan nicht lesen konnte.

 

 

 

Samstag, 17.10.2015

 

 

06.45 Uhr

 

Aufstehen, Duschen, Schminken, usw., Abfahrt zur Messe

 

 

08.50 Uhr Ankunft Messe

 

Zu meinem großen Erstaunen, war nichts von drängelnden Menschenschlangen zu sehen … noch nicht!

 

 

 

09.05 Uhr / Gähnende Leere

 

09.25 Uhr / Massenansturm

10.30 Uhr

 

Treffen beim Autorensofa mit befreundeten Schriftstellern. Leider hatten wir nicht bedacht, dass Allie und Annie fast zeitgleich Autogrammstunden gaben, so dass wir von drängelnden Fans umzingelt wurden. An ein normales Gespräch war nicht zu denken.

 

 

13.00 Uhr

 

Meet & Greet

gemeinsam mit J.R. König und Alex Husmann

An alle, die ich kennenlernen durfte, deren Bücher ich signiert habe oder die mich einfach nur in den Arm nehmen wollten, um zu sehen, ob ich echt bin:

 

 

IHR SEID SPITZE!!!!

 

 

Ihr habt mich demütig und zeitgleich so unglaublich glücklich gemacht! Ich hoffe, ganz viele von euch wiederzusehen.

 

Danke, dass es euch gibt!

 

16.00 Uhr

 

Verlassen der Messe

 

 

18.30 Uhr

 

Abschiedskäffchen mit den Autorinnen Greta Schneider und May B. Aweley am Flughafen.

 

 

20.00 Uhr

 

Heimflug

 

 

21.30 Uhr

 

Ankunft zu Hause

 

 

22.30 Uhr

 

Erschlagen aber glücklich eingeschlafen.

 

 

Deadline ist der 30.10.2015.

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© Autorin Lucia Vaughan