Newsletter 02/2015 - Weihnachtsspecial

Jahresrückblick

Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, wo ich heute als Autorin stehe, hätte ich ihn vermutlich ausgelacht.

Im Februar dieses Jahres erblickte mein erotischer Krimi CLOSE UP – so nah das Licht der Welt, der sofort in die TOP 100 Kindle Charts schoss. Das war eine große Freude, aber eine noch größere Überraschung für mich! Ich bin ein selbstkritischer Mensch. Mich reflektieren ist harte Arbeit. Es bedeutet, die Nadel im Heuhaufen zu suchen und so fragte ich mich natürlich: Wie, um Himmels willen, kann es sein, dass so viele Leser deinen Roman kaufen? *lach *

CLOSE UP – einmal mehr folgte drei Monate später und wurde noch erfolgreicher als sein Vorgänger. Wahnsinn!

Vicky Who? sprengte dann im Oktober alle Rekorde meiner Indieautorenvorstellungskraft. Der Roman hielt sich wochenlang in den TOP 20!

Das. War. So. Unglaublich!

Drei Titel in den TOP 100, bei Lovelybooks für das beste E-Book only nominiert, Angebote renommierter Verlage (die ich aber ablehnte), Interviews am laufenden Band, und und und ...

Vermutlich schmunzelt ihr jetzt, aber dieses Jahr war so aufregend – ich konnte oft Nächte lang kein Auge zutun.

Wie machen das die anderen Autoren, fragte ich mich. Wie schaffen sie es, ihren Lesern gerecht zu werden? Wie viel darf man geben, ohne aufdringlich oder nervig zu werden? Hüpfen sie wie ich vor Freude auf der Stelle, wenn eine gute Rezension auftaucht, und sind sie ebenso down, wenn ein Kritiker das eigene Buchbaby verreißt?

Ich tauschte mich mit Kollegen aus und erfuhr, dass selbst alte Hasen nicht frei von Lampenfieber und Selbstzweifeln sind, was mich beruhigte.

Aber der Erfolg birgt auch Risiken. Große Risiken, die einen ebenso zu Höhenflügen verleiten, wie sie einen in den Abgrund ziehen können.

Wer einer Leidenschaft folgt, seinen Traum lebt, weiß, wovon ich spreche:

Ich liebe das Schreiben, es befreit mich, aber es kostet mich auch viel. Viel Zeit. Viel Kraft und es fordert Entbehrungen. Ging ich früher mit Freundinnen an einem freien Vormittag Kaffee trinken, setzte ich mich 2015 an den PC. Ausgedehnte Shoppingtouren bekamen Seltenheitscharakter und Familienausflüge fanden immer öfter ohne mich statt. Ich wollte es nicht, es geschah einfach so.

Das Problem war nämlich: Ich sah, was andere leisteten, Top-Autoren sprossen wie Pilze aus dem Boden und ich wollte unbedingt mithalten. Leider gehöre ich nicht zu der gesegneten Gattung Schriftsteller, die 15-20 Seiten am Stück schreiben können. Mein Tagespensum liegt bei Maximum 1500 Wörter (5-7 Seiten). Was andere aus dem Ärmel schütteln, versuchte ich mit Fleiß aufzufangen. Ich setzte mich enorm unter Druck, verschanzte mich, neben Job und Haushalt, jede freie Minute in meinem Büro. Mein Verstand schrie STOPP, aber mein Ehrgeiz trieb mich weiter und weiter.

Es kam, wie es kommen musste: Im Herbst stürzte mein sauber errichtetes Kartenhaus ein und meine Kräfte verließen mich. Äußerlich war ich die Strahlefrau, der Sonnenschein, die multitaskingfähige Familienmanagerin und Businessfrau. Aber wer mich kannte, merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. Burn-out wäre ein zu großes Wort für meinen Zustand, aber ich hatte meine Kräfte eindeutig überschätzt.

Ich möchte ehrlich zu euch sein: Ich stand kurz davor, das Schreiben an den Nagel zu hängen!

Meiner Bodenständigkeit, einem großartigen Ehemann und zwei halbwüchsigen Quälgeistern, die mir alles bedeuten, ist es zu verdanken, dass ich mich nicht vollends verlor.

Ich drosselte mein Tempo, weil ich es musste! Geplant waren ursprünglich 3-4 Romane für 2016 und 2-3 Kurzgeschichten (die Hälfte ist realistisch). Dieses Pensum hätte ich nie im Leben leisten können. Nicht, ohne Verluste. Zwei sehr wichtige Dinge wären auf der Strecke geblieben: meine Familie und meine Gesundheit. Nachdem mir das klar wurde, zog ich die Reißleine und es ging mir besser.

Ich möchte nicht schreiben, weil ich es muss, sondern weil ich es möchte. Es ist meine Leidenschaft, meine Nische, der Realität zu entfliehen, wenn auch nur kurz. Aber diese Auszeit möchte ich nicht missen.

Ich schreibe für mich, ich schreibe für euch, mit Herzblut, Liebe und Leidenschaft.

2016, 2017 - in meinem eigenen Tempo, aber dafür viele weitere Jahre ... versprochen!

 

Hier schreibe ich am liebsten ...

Leseprobe

Im letzten Newsletter stellte ich euch Amore & Me, das innovative Frauenmagazin meiner Autorenkollegin Laura Sommer vor. Da der Termin von Mitte November leider einige Wochen nach hinten verschoben werden musste, schenke ich euch - als Wiedergutmachung und kleinen Anreiz - eine spritzg-romantische Leseprobe aus der von mir darin enthaltenen Kurzgeschichte.

Viel Spaß damit!

 

»Pst, er kommt, Katie!«, flüstert Abigail hinter vorgehaltener Hand. Ich verdrehe die Augen. Als ob uns jemand hören könnte.

Abby und ich arbeiten bei Dreamflowers, einem schnuckeligen Blumenshop in der Chambers Street, nur wenige Schritte von der New Yorker Brooklyn Bridge entfernt. Eigentlich boomt das Geschäft, doch während der Mittagszeit gehen die Leute anderen Beschäftigungen nach, als Blumen zu kaufen. Essen zum Beispiel.

Abby hört auf, ihre Nase an der Fensterscheibe platt zu drücken und dreht sich zu mir um. »Jetzt sei nicht so ein Hasenfuß und sprich ihn endlich an!«

Er ist ein absoluter Traummann, der – selbst, wenn ich mit meinem kupferroten Pagenschnitt, den blassgrauen Augen und einer Figur, die weder zu dünn noch zu dick ist, ganz passabel aussehe – eine Nummer zu groß für mich ist. Ich schätze ihn auf Ende zwanzig, also ungefähr mein Alter. Vielleicht ein paar Jahre älter. Breite Schultern, aufrechter Gang, Businesslook.

Seit drei Wochen kommt dieser Traummann montags und donnerstags vorbei und bestellt abwechselnd einen Strauß pinke Herbstastern oder Gerbera in ihrem typischen Gelborange. Meine Lieblingsblumen sind weiße Anemonen – unangefochten! Wobei auch Herbstastern oder Gerbera, hübsch gebunden, durchaus etwas Reizvolles haben. Jedes Mal, wenn ich fluchtartig im Nebenraum verschwinde, um meine glühenden Wangen, die sein Erscheinen bei mir auslöst, zu verbergen, höre ich seine melodische Stimme, die so dunkel und rau ist, dass eine Gänsehaut meinen gesamten Körper überzieht.

»Ich bin kein Hasenfuß«, kontere ich, weil es der Wahrheit entspricht. »Ich spreche nur keine Kunden an!«

»Blödsinn!«

Abigails Ökotreter verursachen keinen Laut, als sie über die bunten Mosaikfliesen zu mir herüberkommt. Sie stützt die Ellenbogen auf den zwischen uns stehenden Verkaufstresen, legt das Kinn auf den gefalteten Händen ab und seufzt. »Du magst ihn. Das sieht ein Blinder mit Krückstock. Und weil du ein Hasenfuß bist und befürchtest, dass er etwas merkt, verdrückst du dich jedes Mal ins Hinterzimmer, wenn er hier auftaucht.«

Mein Augenlid zuckt, was es immer dann tut, wenn ich etwas zu verbergen versuche. Abby grinst wissend.

Kapitulierend werfe ich die Hände in die Luft. »Na gut. Dann gefällt er mir eben. Er ist attraktiv. Na und?«

»Du könntest ihn um ein Date bitten.«

Damit ich eine Absage kassiere? So weit käme es noch. Zudem ist es unprofessionell, Kunden um eine Verabredung zu bitten.

»Abby, ich bin Single. Das ist keine Krankheit, die schnellstmöglich geheilt werden muss. Ich weiß deine Fürsorge wirklich zu schätzen. Aber meine Dates suche ich mir gerne noch selbst aus.«

»Nun hab' dich nicht so«, rügt sie mich liebevoll. »Ich helfe dir doch nur, über deinen Schatten zu springen. Außerdem ...« Verträumt grinst sie die Wand hinter mir an. »Diese blonden, verwuschelten Haare und dazu die hohen Wangenknochen – hach ... wäre ich ein paar Jahre jünger, würde ich bei dem Anblick dahinschmelzen wie Erdbeereis im Hochsommer.«

Unvermittelt senkt sie das Kinn und ihre randlose Nickelbrille rutscht auf die Nasenspitze. Kluge, braune Augen sehen mich unter grauen Ponysträhnen mütterlich an. »Ich weiß, dass er dir mehr als nur gefällt

»Ach ja?«

»Ich war dreißig Jahre glücklich verheiratet, bevor mein William starb. Ich erkenne, wenn eine Frau echtes Interesse an einem Mann hat.«

Ich drehe mich zu den Blumengestecken rechts im Regal und zupfe die Preisschilder zurecht. Abigail redet weiter. »Und Ethan Brooks scheint eine tolle Partie zu sein. Er sieht nämlich nicht nur sensationell aus, er ist auch ausnehmend höflich.«

Ich fahre herum. Dabei reiße ich fast die Bodenvase mit den Baccararosen um. »Woher kennst du seinen Namen?«

»Weil wir seine Adresse in unserer Kundenkartei haben, Süße. Ich dachte, du weißt das.«

Ich hatte keinen blassen Schimmer.

Meine Neugierde siegt. Schnell schiele ich vom Schaufenster auf den Bürgersteig hinaus. Das Objekt meiner Aufmerksamkeit drückt sich das Handy ans Ohr und dreht mir dabei den Rücken zu. Die Gelegenheit ist also günstig.

»Was weißt du noch über ihn?«, raune ich verschwörerisch. Mein Herz klopft mir bis zum Hals.

»Oh, oh! Sehe ich da etwa doch Interesse in den grauen Kulleraugen aufblitzen?«

Ich wölbe eine Braue.

Abby lacht. »Die Rechnungen gehen an eine Nobeladresse in der Upper West Side, die Blumensträuße aber an die Northfield Bank. Und zwar in die Chefetage an eine Charlotte Elisabeth Brooks.«

»Seine Frau!«, schlussfolgere ich.

»Nope! Seine Mutter«, korrigiert Gina. »Zweite Vorsitzende des Vereins. Er selbst leitet den Investmentzweig.«

Wow!

»Woher weißt du das alles?«

»Hab im Internet recherchiert.«

»Du hast was

Mir klappt die Kinnlade herunter. Aber bevor ich Abby mit Fragen löchern kann, läutet die Türglocke und Ethan Brooks' attraktives Gesicht erscheint im Türrahmen. Ein Schwall kühler Novemberluft weht durch den Spalt und zerzaust sein kurz geschnittenes Haar auf höchst sinnliche Weise. Seine Wangen sind gerötet und den Kragen des marineblauen Kaschmirmantels trägt er hochgeschlagen zum Schutz vor der Kälte. Seine beigefarbene Hose hat genau die richtige Länge, als wäre sie maßgeschneidert, passend zu den Schnürschuhen aus cognacbraunem Leder. Sehr edel.

Er läuft weiter, während er das Mobiltelefon in die Manteltasche gleiten lässt. Wir stutzen beide, als unsere Blicke sich treffen. Ich erstarre zur Salzsäule.

Seine Augen haben die Farbe von frischem Gras auf einer blühenden Frühlingswiese und werden umrahmt von dichten schwarzen Wimpern. Es sind die Art Augen, die Frauen den Atem rauben.

Er blinzelt, als müsse er sich erst orientieren. Oder verwirrt ihn meine Anwesenheit? Ist das möglich?

Langsam zieht er seine Hand aus der Manteltasche, als er vor dem Verkaufstresen anhält. Sein kantiger Kiefer zuckt. »Guten Tag. Ich möchte ...»

»Zwölf  Herbstastern bestellen?«

Coverenthüllung

Ihr seid die ersten, die das Cover des Sammelbands sehen! Wie gefällt es euch?

Es handelt sich um eine leicht überarbeitete Version meines erotischen Krimis, der Anfang 2015 in zwei Bänden erschien. Zusammen ergeben sich über 400 Seiten! Voraussichtliche Veröffentlichung ist Mitte Januar.

 

Hierfür suche ich Rezileser. Ich stelle 15 kostenlose Exemplare als mobi- oder epub-Datei zur Verfügung.

 

Bitte meldet euch via E-Mail oder PN bei mir. Ihr solltet die Einzelbände noch nicht kennen, denn die Geschichte ist im Grundgerüst gleich geblieben.

Blitzlicht 2016 - was erscheint wann?

Mitte Januar erscheint CLOSE UP – die Sammeledition, Ende März die abgeschlossene Fortsetzung von Vicky Who?. Titel steht bereits, bleibt aber noch geheim *grins *.

Für Mai/Juni ist ein Kurzroman in der Anthologie In Lust vereint 2 unter dem Label ELR geplant.

Dann folgt die Sommerpause und danach? Ganz ehrlich? Ich weiß es noch nicht. Ideen habe ich genug ...

Ein Nebenprota aus meinem nächsten Roman gefällt mir recht gut. Vielleicht schreibe ich ihm eine eigene Geschichte ...

Selbstverständlich seid ihr wieder die ersten, die davon erfahren!

 

Termin merken:

Der nächste Newsletter erscheint Ende Februar.

Gewinnspiel

Beantwortet mir folgende Frage:

 

Wie heißen Katie’s Lieblingsblumen?

(Ein Blick in die Leseprobe und ihr kennt die Lösung.)

 

 

Ich wünsche euch entspannte Festtage im Kreis eurer Lieben und einen guten Rutsch ins Jahr 2016!

Lucia

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© Autorin Lucia Vaughan